In letzter Zeit ist - zum wiederholten Male - die Frage allenthalben in der Expertenszene (oder die sich dafür hält) zu vernehmen: Ist das noch/schon Prog oder nicht? Dazu gesellt sich aktuell das Statement, dass sich der Progbegriff "unheimlich erweitert" habe. Kann man ja machen, wenn es einem hilft. Aber Beliebigkeit ist kein dauerhaftes Mittel für Erfolg.
Die Schublade, auf der PROG steht, ist eingestandenermaßen schon verd... groß. Jetzt aber hinzugehen und jede Mucke, die über 5 Minuten andauert und mehr als 3 Akkorde umfasst als "Prog" zu bezeichnen, überfrachtet auf Dauer den Begriff und wird mittel- und langfristig diese "Strategie" als billigen Marketingtrick entlarven.
Was hat das mit PRR und diesem Album zu tun? Die Band ist mit DARK THIRD stark in der Welt des Rock gestartet und wurde gleich in die des Prog verortet. Das durchaus zu Recht, weil sie es mit ihrem Debut schaffte Genres wie Industrial, Pop und Riffrock mit Melodien zu verbinden. Und dies mit einer Leichtigkeit und Spielfreude. Sie schienen zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Im Jahre 2009 folgte dann der Tiefgang mit "Amor Vincit Omnia", einem Album, das all dies vermissen ließ, was das Debut versprochen hatte. Man vollzog eine Wende in die '80er mit uninspirierten, einfachen Songs, die sehr angestrengt , bemüht und dennoch kraftlos klangen.
Im Jahre darauf erschien vorliegendes Werk "Hammer and Anvil". Nach dem Intro "Fight fire", das den Hörer mit einfacher Struktur, aber voller Power und lärmig anspringt, versuchen sie wieder in die Spur des 1.Albums zu gelangen, was hier und da zwar gelingt. Aber es fehlt die Leichtigkeit des Erstlings und die Spielfreude. Das Bemühen kann man ihnen nicht absprechen. Auch vermisst man die großen Bögen und damit die Spannung. Was geblieben ist, sind die Stimmen und Refrains, die auch wie im Vorgänger in den '80ern ihre Wurzeln haben ("Black Mourning"). "Patriarch" plätschert vor sich hin mit nettem Poprefrain. So zieht es sich weiter durch die 80er, zwar modern aufgemöbelt, aber das Geschehen bleibt rückwärts gewandt. Das ist komplett - zugegebenermaßen - gut hörbar arrangiert und unterhaltsam. Die fehlende Komplexität der Kompositionen allerdings reicht nicht für die Progschublade. Dafür ist das musikalische Material recht leichtgewichtig. Moderne Studiogimmiks und Powerdrums wie in "Open Insurrection" reißen das Ruder auch nicht mehr in Richtung Prog.
2011 war dann Schluss mit dem Unternehmen Pure Reason Revolution. Man löste sich auf aus Gründen, die von außen eh' nicht zu beurteilen sind. Jon Courtney zog's nach Berlin, wo er mit einer amerikanischen Sängerin das Projekt "Bullet Height" aus der Taufe hob und eine CD veröffentlichte(2017).
Ein Debutalbum, das ohne großen Widerspruch als "Progressiv" bezeichnet werden darf und 2 Folgealben, die sich in trip-poppigen Gefilden wiederfinden, bleiben bis dato das Vermächtnis dieser Band. Ist sie deshalb eine Progband? Ich habe starke Zweifel. Dieses Album hier jedenfalls ist kein Prog und bleibt deshalb ohne Wertung als Progalbum (als Popalbum 11).
Aber vielleicht ist auch alles ganz anders...
Die Band:
Jon Courtney voc,g,keyb
Chloe Alper voc,keyb,bass
Jamie Willcox g,keyb,voc
Paul Clover dr
Titel:
1) Fight fire
2) Black Mourning
3) Patriarch
4) Last man,last round
5) Valour
6) Over the top
7) Never divide
8) Blitzkrieg
9) Open insurrection
10) Armistice
https://www.youtube.com/playlist?list=PLiTuqW7OFnbJ1DLfGVpUEIwn3IAnjk-wo
https://de.wikipedia.org/wiki/Pure_Reason_Revolution
Mehr als 40 Jahre Platten und CDs sammeln ermöglichen einen subjektiven Blick in die Entwicklung des Progressiv-/Artrock - ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Wer folgt mir ins "Labyrinth"?
Freitag, 15. September 2017
Donnerstag, 20. Juli 2017
PURE REASON REVOLUTION - THE DARK THIRD
Schade,schade,schade - nur 3 Alben und 8 Jahre gemeinsames Schaffen war dieser englischen Band vergönnt. Im Jahr 2011 zog sie die Reißleine und löste sich auf. Dabei sind sie mit diesem vorliegenden 1 1/2-Album als Debut sehr vielversprechend gestartet - vielversprechend in Sachen Arrangement bzw. Kom-Position, Klang und vor allen Dingen im Bereich Melodienstärke.
Das Intro "AEROPAUSE" kommt floydig-freudig aus den Lautsprechern geschwebt und geht fast unmerklich in den 2.Titel "GOSHENS REMAINS" über. Was ein Merkmal dieses Albums ist, dass man ohne den Blick auf das Abspielgerät vermeintlich ein durchgängiges Werk zu hören glaubt. Es gibt zwischen den einzelnen Stücken kaum Brüche. Die überraschen im Verlauf immer mal wieder in den Tracks selbst.
Was sich musikalisch aus den Speakern entwickelt ist am Ende Pop. Allerdings in ganz anderer Güte als der Mainstreammüll, der sich über den Hörer an vielen Stellen des Alltags entleert,entwickelt die Band ihre Stücke mit Können und Enthusiasmus.
Da gespickt mit metallischen Riffs,Elektronics, druckvoller Rhythmus-/Bassarbeit und vor allem sehr ausgefeilten Gesangsarrangements (APPRENTICE OF THE UNIVERSE) kann man das Geschehen mit dem Etikett "PowerArtpop" versehen. Auch wie die Truppe den Popduktus erweitert und mit Härte und Energie (z.B.Track VIII!) vorantreibt und die Songs entwickelt ist als fortschrittlich zu bezeichnen.
Beeindruckend ist die Songentwicklung hin zu den Refrains - so als solche erkennbar - die durch tolle Mehrstimmigkeit unterstützt mit harten Riffs und vorwärtstreibendem Schlagzeug den Hörer in ihren Bann schlägt. Das ist und bleibt großartige Musik.
Für ein Debut ein ganz großer Wurf, der Hoffnung auf ein Mehr oder noch Größeres machte. Doch die Gruppe scheiterte wohl am eigenen Anspruch, wie die nächsten Jahre zeigten.
Dennoch ein Muss für den Proggy, der auch poppige Ansätze nicht verabscheut. Ganz dicke Empfehlung!
https://www.youtube.com/watch?v=DFsr_f6Ymb4&list=PLocJSKiJHjoeTLqJ2wVLnftqL-A-ZbMh_
Die Band:
Titel: Disc 1
Disc 2
Das Intro "AEROPAUSE" kommt floydig-freudig aus den Lautsprechern geschwebt und geht fast unmerklich in den 2.Titel "GOSHENS REMAINS" über. Was ein Merkmal dieses Albums ist, dass man ohne den Blick auf das Abspielgerät vermeintlich ein durchgängiges Werk zu hören glaubt. Es gibt zwischen den einzelnen Stücken kaum Brüche. Die überraschen im Verlauf immer mal wieder in den Tracks selbst.
Was sich musikalisch aus den Speakern entwickelt ist am Ende Pop. Allerdings in ganz anderer Güte als der Mainstreammüll, der sich über den Hörer an vielen Stellen des Alltags entleert,entwickelt die Band ihre Stücke mit Können und Enthusiasmus.
Da gespickt mit metallischen Riffs,Elektronics, druckvoller Rhythmus-/Bassarbeit und vor allem sehr ausgefeilten Gesangsarrangements (APPRENTICE OF THE UNIVERSE) kann man das Geschehen mit dem Etikett "PowerArtpop" versehen. Auch wie die Truppe den Popduktus erweitert und mit Härte und Energie (z.B.Track VIII!) vorantreibt und die Songs entwickelt ist als fortschrittlich zu bezeichnen.
Beeindruckend ist die Songentwicklung hin zu den Refrains - so als solche erkennbar - die durch tolle Mehrstimmigkeit unterstützt mit harten Riffs und vorwärtstreibendem Schlagzeug den Hörer in ihren Bann schlägt. Das ist und bleibt großartige Musik.
Für ein Debut ein ganz großer Wurf, der Hoffnung auf ein Mehr oder noch Größeres machte. Doch die Gruppe scheiterte wohl am eigenen Anspruch, wie die nächsten Jahre zeigten.
Dennoch ein Muss für den Proggy, der auch poppige Ansätze nicht verabscheut. Ganz dicke Empfehlung!
https://www.youtube.com/watch?v=DFsr_f6Ymb4&list=PLocJSKiJHjoeTLqJ2wVLnftqL-A-ZbMh_
Die Band:
| Chloe Alper | Bass, Vocals |
| Andrew Courtney | Drums, Percussion |
| John Courtney | Vocals, Guitars, Programming, Keyboards, Bass |
| Jamie Wilcox | Guitars, Vocals |
| James Dobson | Keyboards, Violin, Programming, Vocals, Bass |
| Gregory Jong | Guitars, Vocals, Keyboards |
| 1. | Aeropause | 5.07 |
| 2. | Goshen's Remains | 5.45 |
| 3. | Apprentice Of The Universe | 4.17 |
| 4. | The Bright Ambassadors Of Morning | 11.57 |
| 5. | Nimos & Tambos | 3.45 |
| 6. | Voices In Winter / In The Realms Of The Divine | 6.35 |
| 7. | Bullits Dominae | 5.23 |
| 8. | Arrival / The Intention Craft | 8.54 |
| 9. | He Tried To Show Them Magic / Ambassadors Return (Secret Track) | 13.16 |
| 1. | In Aurelia | 3.59 |
| 2. | Borgens Vor | 4.17 |
| 3. | The Exact Colour | 4.05 |
| 4. | -
1. The Twyngyn
2. Trembling Willows | 7.17 |
| 5. | Golden Clothes | 7.31 |
Montag, 12. Juni 2017
KYLVER - THE ISLAND
Im Jahre 2016 ließen die vier Briten ihr 2. Werk nach "The Mountain Ghost" folgen. Es soll sich wiederum um ein wort- also auch gesangloses Konzeptalbum handeln wie bei seinem Vorgänger. In "The Island" geht's dem Vernehmen nach um eine Seereise, die manch Abenteuer bietet. Der geneigte Hörer möge diese per eigenem Hörpotenzial herausarbeiten.
Von den ersten Takten des Einstiegstracks an trifft man auf eine veränderte Band, wenn man das Debut "The Mountain Ghost" als Maßstab nimmt. Die Basiselemente sind zwar die gleichen geblieben wie die Gitarrenriffs, die druckvolle Orgel, das solide Schlagwerk und der massive Bass, aber die Energie und vor allem das Tempo haben reichlich zugelegt. Die Jungs sind aus ihre Puschen gekommen und haben kräftig auf's Gaspedal gedrückt. Auch die Produktion klingt frisch und nach Leben. Es wird gerockt, was das Zeug hält (Hy-Brasil), wenn auch mit ruhigeren, getragenen Passagen (Monolith), was das Gesamtgeschehen kurzweilig macht. Und es gibt wieder Riffs, die sich ins Gehör fräsen wie im Opener "The Great Storm..." ab Minute 9. Da fällt es schwer die Extremitäten ruhig zu halten.
Wieder zählt das Gruppenbild, das Team also, nicht allzu sehr der Solist. Das macht den Ansatz der Band - oder kann man von Philosophie sprechen? - in meinen Ohren so sympathisch.
Man darf gespannt sein, was diese Band als nächstes anbieten wird. Dieses Album jedenfalls sei allen offenen Ohren empfohlen.
Die Band:
Barry Micheson dr
James Bowmaker b
Jonny Scott g
Neil Elliot org,keyb
Titel:
1) The Great Storm of 1703 13:41
2) Hy-Brasil 5:11
3) Monolith 9:28
4) TheAbyss 6:37
5) The Great Race 6:54
https://kylver.bandcamp.com/
Von den ersten Takten des Einstiegstracks an trifft man auf eine veränderte Band, wenn man das Debut "The Mountain Ghost" als Maßstab nimmt. Die Basiselemente sind zwar die gleichen geblieben wie die Gitarrenriffs, die druckvolle Orgel, das solide Schlagwerk und der massive Bass, aber die Energie und vor allem das Tempo haben reichlich zugelegt. Die Jungs sind aus ihre Puschen gekommen und haben kräftig auf's Gaspedal gedrückt. Auch die Produktion klingt frisch und nach Leben. Es wird gerockt, was das Zeug hält (Hy-Brasil), wenn auch mit ruhigeren, getragenen Passagen (Monolith), was das Gesamtgeschehen kurzweilig macht. Und es gibt wieder Riffs, die sich ins Gehör fräsen wie im Opener "The Great Storm..." ab Minute 9. Da fällt es schwer die Extremitäten ruhig zu halten.
Wieder zählt das Gruppenbild, das Team also, nicht allzu sehr der Solist. Das macht den Ansatz der Band - oder kann man von Philosophie sprechen? - in meinen Ohren so sympathisch.
Man darf gespannt sein, was diese Band als nächstes anbieten wird. Dieses Album jedenfalls sei allen offenen Ohren empfohlen.
Die Band:
Barry Micheson dr
James Bowmaker b
Jonny Scott g
Neil Elliot org,keyb
Titel:
1) The Great Storm of 1703 13:41
2) Hy-Brasil 5:11
3) Monolith 9:28
4) TheAbyss 6:37
5) The Great Race 6:54
https://kylver.bandcamp.com/
Montag, 5. Juni 2017
KYLVER : THE MOUNTAIN GHOST

In Nordengland, genauer in Newcastle upon Tyne, gegründet von Drummer Barry Micheson, Bassist James Bowmaker, Gitarrist Jonny Scott and Organist Neil Elliot. veröffentlichen die 4 im Mai 2015 ihr Debut THE MOUNTAIN GHOST. Ein Konzeptalbum ohne Text, was dem Hörer ohne Kenntnis des "Konzepts" die Freiheit lässt, das Klanggeschehen auf sich ohne Vor-Urteil wirken zu lassen. Wobei die Titel dieses Vierteilers schon Hinweise geben, worum es sich bei dem Konzept drehen könnte.
Den Hörer empfängt nach einem schlichten Intro Soundwände aus Metal-Doomgitarren und '70er-Orgel, gestützt von knurrigem Bass und solidem, erdigem Schlagzeug. Gesungen wird nicht, obwohl man hie und da eine Cantilene vermisst. Es gründet alles auf Riffs, die mal mehr oder weniger komplex ausfallen. Einzeldarstellung ist nicht, es zählt nur das Team, will heißen, dass Jonny Scott am Ende des ersten Tracks seine Solokunst auf ein tolles Riff aufsetzen darf. Ansonsten gibt es seltene Fills von Gitarre und Orgel.
Das Ganze wird mit viel Druck, reduziertem Tempo und einigen Wiederholungen gespielt, wobei es KYLVER gelingt vor dem Nervpunkt die Kurve zu kriegen und die Riffs ändern. Sie selbst beschreiben ihr musikalisches Konzept als instrumental-progressiven Postrock mit metal-doomen Riffs und "classic hammond". Hinter dem "progressiv" möchte ich ein Fragezeichen setzen, denn Vieles des Gehörten kommt dem alterfahrenen Hörer als sehr bekannt vor. Aber das gilt auch für einige Veröffentlichungen neueren Datums, denen dann das Etikett "Retro" angepappt wird.
Zurück zu KYLVER: sie schaffen es dennoch eine Spannung aufrecht zu halten, die durch das ganze Album trägt, wozu der pure Klang erheblich beiträgt. Die musikalischen Wendungen sind oft einfach gehalten, lösen dennoch einen Sog aus, der den Hörer beim 2.,3. Durchgang gefangennimmt und schwer wieder loslässt. Also Vorsicht, es ergibt sich eine gewisse Suchtgefahr!
Für den Proggy, der es gerne zwischendurch mal härter, aber eingängig liebt ohne auf Texte achten zu müssen. Und den Hardrocker, der es instrumental mag.
Anspieltipp: The death of the mountain ghost
Die Band:
Barry Micheson dr
James Bowmaker b
Jonny Scott g
Neil Elliot org,keyb
Titel:
1) The Mountain has ghosts 14:13
2)The Feast of The Mountain Ghost 10:18
3)The dance of the Mountain Ghost 6:06
4)The Death of the Mountain Ghost 8:10
https://kylver.bandcamp.com/album/the-mountain-ghost
Sonntag, 22. Mai 2016
STEVE THORNE : ISLAND OF THE IMBECILES
Erster Titel "In the frame": rhythmisches Bassostinato, Keyboardquietschen, Tamburin, stampfendes Schlagzeug, Stimme: nach wenigen Takten frag man sich, ob Phil Collins unter Pseudonym 'ne neue CD aufgenommen hat.Verblüfft schaut der Rezensent nochmals auf das Case. Nein, kein Zweifel, es ist Steve Thorne, der hier dem guten Phil zeigt, wie man den Spagat zwischen Pop und Prog auch hinbekommen kann. Nämlich mit eingängigen Melodien und durchgehendem Rhythmus (sehr tanzbar!), aber irgendwie doch anders als der Hitschreiber. Mit dem Opener stellt sich gleich ein Highlight dieser CD vor. Einzig die Ausblende befremdet.
Alle Instrumente spielt er hier selbst wie auf all seinen vorherigen 4 CDs.
Auch die Ballade "Animal" bestreitet Steve allein. Sie besticht durch Ohrwurmcharakter und einem schönen Oboenmotiv, das allerdings synthetisch erzeugt ist. Ab hier sticht der Collins Phil nicht mehr so durch wie im Opener. Ausblende - wie schade.
Im 3.Track" Colours of torment" kommen nun Gastmusiker zum Einsatz. Und das sind mit Tony Levin am Bass und Nick d'Virgilio an den Drums keine Nonames - ganz im Gegenteil. Mit ihnen bekommt die CD einen Energieschub, da sie der in der Komposition steckenden Power nachhelfen. Federnder Rhythmus und ein ohrwurmiger Refrain prägen diesen Poprocker.
Mit einem an ein Hackbrett (Saiteninstrument, vornehmlich in der sog.Volksmusik üblich) erinnerndem Sound eröffnet "Don't fear tomorrow" ein Singer/Songwritersong, der in seiner Mitte ein schönes Gitarrensolo von Robin Armstrong birgt. Der Refrain drängt das gesamte Werk weiter in Richtung AOR, das progressive Element verliert sich mehr und mehr. Diese Entwicklung lässt sich durch all seine 5 CDs in der Gesamtbetrachtung beobachten. Schöne Melodien komponiert er weiterhin, die denen des o.g. Ph.C. in nichts nachstehen ("Let me down").
In "Ancestors" kommen nochmals Proggiges in Spuren zu Gehör durch die Mellotroneinsätze. Auch hier wieder feine Refrains. Peter Gabriel kann er auch, so in "Ashes", zumindest stimmlich. Hierbei hat er sich Teile der Keyboardsounds bei Rupert Hine abgehört, so scheint es.
Folkloristisch gestaltet sich der Ausklang mit "They are flesh" durch die Akustische, womit er einen Hinweis gibt, in welche Richtung es für ihn gehen kann, so er doch noch weitermacht. Denn er beabsichtigt nach eigener Aussage zunächst nur noch für andere zu komponieren und seine Solokarriere zu unterbrechen. Viele kamen wieder und einige stärker denn je. Schaun mer mal...
Abschließend ist festzuhalten, dass "Island..."als reifstes seiner Solowerke eine Art Vermächtnis seines bisherigen Wirkens darstellt.
Wer AOR mit gelegentlichen, sanften Ausschlägen in Proggefilde mag, der sollte hier unbedingt antesten.
Gastmusiker:
Titel:
Alle Instrumente spielt er hier selbst wie auf all seinen vorherigen 4 CDs.
Auch die Ballade "Animal" bestreitet Steve allein. Sie besticht durch Ohrwurmcharakter und einem schönen Oboenmotiv, das allerdings synthetisch erzeugt ist. Ab hier sticht der Collins Phil nicht mehr so durch wie im Opener. Ausblende - wie schade.
Im 3.Track" Colours of torment" kommen nun Gastmusiker zum Einsatz. Und das sind mit Tony Levin am Bass und Nick d'Virgilio an den Drums keine Nonames - ganz im Gegenteil. Mit ihnen bekommt die CD einen Energieschub, da sie der in der Komposition steckenden Power nachhelfen. Federnder Rhythmus und ein ohrwurmiger Refrain prägen diesen Poprocker.
Mit einem an ein Hackbrett (Saiteninstrument, vornehmlich in der sog.Volksmusik üblich) erinnerndem Sound eröffnet "Don't fear tomorrow" ein Singer/Songwritersong, der in seiner Mitte ein schönes Gitarrensolo von Robin Armstrong birgt. Der Refrain drängt das gesamte Werk weiter in Richtung AOR, das progressive Element verliert sich mehr und mehr. Diese Entwicklung lässt sich durch all seine 5 CDs in der Gesamtbetrachtung beobachten. Schöne Melodien komponiert er weiterhin, die denen des o.g. Ph.C. in nichts nachstehen ("Let me down").
In "Ancestors" kommen nochmals Proggiges in Spuren zu Gehör durch die Mellotroneinsätze. Auch hier wieder feine Refrains. Peter Gabriel kann er auch, so in "Ashes", zumindest stimmlich. Hierbei hat er sich Teile der Keyboardsounds bei Rupert Hine abgehört, so scheint es.
Folkloristisch gestaltet sich der Ausklang mit "They are flesh" durch die Akustische, womit er einen Hinweis gibt, in welche Richtung es für ihn gehen kann, so er doch noch weitermacht. Denn er beabsichtigt nach eigener Aussage zunächst nur noch für andere zu komponieren und seine Solokarriere zu unterbrechen. Viele kamen wieder und einige stärker denn je. Schaun mer mal...
Abschließend ist festzuhalten, dass "Island..."als reifstes seiner Solowerke eine Art Vermächtnis seines bisherigen Wirkens darstellt.
Wer AOR mit gelegentlichen, sanften Ausschlägen in Proggefilde mag, der sollte hier unbedingt antesten.
| Steve Thorne | all instruments |
| James McLaren | backing vocals (10) |
| Nick d'Virgilio | drums (3, 4, 6, 7,8,9) |
| Tony Levin | bass (3,7) |
| Robin Armstrong | lead guitar (4, 7, 8) |
| 1. | In the frame | 5.11 |
| 2. | Animal | 6.32 |
| 3. | Colours of torment | 4.44 |
| 4. | Don't fear tomorrow | 3.47 |
| 5. | Island of the imbeciles | 3.41 |
| 6. | Dear mother earth | 3.25 |
| 7. | Let me down | 4.48 |
| 8. | Ancestors | 4.36 |
| 9. | Ashes | 6.29 |
| 10. | They are flesh | 6.49 |
Montag, 16. Mai 2016
MAGNI ANIMI VIRIS : HEROES TEMPORIS - WORLD EDITION
Im Jahre 2007 erschien unter dem Titel HEROES TEMPORIS eine sog. Rockoper des italienischen Keyboardduos Giancarlo Trotta und Luca Contegiacomo. Das Werk wurde mit italienischen Musikern in italienischer Sprache aufgenommen (http://babyblaue-seiten.de/index.php?content=review&albumId=8204). Nach ca.10 Jahren folgt nun eine "World-Edition" in Englisch.
Hierzu verpflichteten die beiden Autoren der Oper mit Russel Allen (Symphony X) und Amanda Somerville (Edguy,Epica,Avantasia) zwei englischsprachige Sänger und mit Clive Riche einen ebensolchen Erzähler, um dem Anspruch der weltweiten Ausrichtung gerecht zu werden.
Dem öffentlichen Druck (Waschzettel) folgend hat man die vocals der Titel neu in Englisch eingespielt und diese "World-Edition" remixt.
Was der geneigte Hörer auf die Ohren bekommt, ist ein im Rockoper,-musicalgenre reichlich bekannter Mix aus dicken Streicher-,Chorpassagen und Sologesängen mit Schwergewicht auf eingängigen Melodien unter Vermeidung des Hauches von Komplexität. Das Ganze begleitet mit metallischem Gitarrensound und gelegentlichen Doubledrums; hie und da mal ein Gitarrensolo (...Temporis). Es hört sich sehr glatt und mainstreamig an. Dieses Terrain hat weiland Hr. Rick Wakeman schon eindrucksvoller angeboten bzw. abgedeckt.
Soweit der Mecker. Postiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass der Erlös dieses Mixes der "Association Heroes Temporis" für autistische Kinder zugute kommen soll. Von daher verbietet sich nach m.M. eine Bewertung.
Die Band:
Hierzu verpflichteten die beiden Autoren der Oper mit Russel Allen (Symphony X) und Amanda Somerville (Edguy,Epica,Avantasia) zwei englischsprachige Sänger und mit Clive Riche einen ebensolchen Erzähler, um dem Anspruch der weltweiten Ausrichtung gerecht zu werden.
Dem öffentlichen Druck (Waschzettel) folgend hat man die vocals der Titel neu in Englisch eingespielt und diese "World-Edition" remixt.
Was der geneigte Hörer auf die Ohren bekommt, ist ein im Rockoper,-musicalgenre reichlich bekannter Mix aus dicken Streicher-,Chorpassagen und Sologesängen mit Schwergewicht auf eingängigen Melodien unter Vermeidung des Hauches von Komplexität. Das Ganze begleitet mit metallischem Gitarrensound und gelegentlichen Doubledrums; hie und da mal ein Gitarrensolo (...Temporis). Es hört sich sehr glatt und mainstreamig an. Dieses Terrain hat weiland Hr. Rick Wakeman schon eindrucksvoller angeboten bzw. abgedeckt.
Soweit der Mecker. Postiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass der Erlös dieses Mixes der "Association Heroes Temporis" für autistische Kinder zugute kommen soll. Von daher verbietet sich nach m.M. eine Bewertung.
Die Band:
| Piano, Keyboards, Moog, Effekte, Programmierung | Giancarlo Trotta und Luca Contegiacomo |
Gastmusiker:
| Amanda Somerville | Sänger |
| Russel Allen | Sänger |
| Marco Sfogli | Gitarren |
| Randy Coven | Bass |
| John Macaluso | Schlagzeug |
| Roberto D'Aquino | Bass, Stick |
| Simono Gianlorenzi | akustische Gitarre (13) |
| Clive Riche | Erzähler |
| Bulgarisches Sinfonieorchester | Orchestrierung |
| Giacomo Simonelli | Dirigent |
01. Soundtrack (feat. Clive Riche)
02. Heroes (feat. Russell Allen & Clive Riche)
03. Temporis (feat. Clive Riche & Russell Allen)
04. Intus - Until (feat. Amanda Somerville)
05. Troughts (feat. Amanda Somerville)
06. Never Again (feat. Amanda Somerville, Russell Allen & Clive Riche)
07. Desertsoul (feat. Russell Allen)
08. I'd Like (feat. Russell Allen & Amanda Somerville)
09. Like the Hawk (feat. Russell Allen & Amanda Somerville)
10. Moon Peace (feat. Russell Allen & Amanda Somerville)
11. Crystalize (feat. Amanda Somerville)
12. Fortis (feat. Russell Allen)
13. Without Breath (feat. Russell Allen)
14. Outro
02. Heroes (feat. Russell Allen & Clive Riche)
03. Temporis (feat. Clive Riche & Russell Allen)
04. Intus - Until (feat. Amanda Somerville)
05. Troughts (feat. Amanda Somerville)
06. Never Again (feat. Amanda Somerville, Russell Allen & Clive Riche)
07. Desertsoul (feat. Russell Allen)
08. I'd Like (feat. Russell Allen & Amanda Somerville)
09. Like the Hawk (feat. Russell Allen & Amanda Somerville)
10. Moon Peace (feat. Russell Allen & Amanda Somerville)
11. Crystalize (feat. Amanda Somerville)
12. Fortis (feat. Russell Allen)
13. Without Breath (feat. Russell Allen)
14. Outro
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