Freitag, 25. März 2016

ULVER: ATGCLVLSSCAP

Wenn er ein erstes Durchhören geschafft hat, fällt es dem Rezipienten schwer, zu glauben, dass diese Band aus Norwegen in ihren Anfängen dem Black/Thrash Metal gehuldigt hat.
Es beginnt mit friedlichem Glockenläuten, dem sich nach und nach synthetische Klangflächen zugesellen und harmonisch die Glockentöne erweitern. Gegen Ende dieses ersten Stückes - England's Hidden - beginnen Störgeräusche das "schöne" Hörbild zu irritieren.
Diese Vorgehensweise ist das Grundkonzept dieses Werkes. Die Stücke beginnen nach konventionellen Hörgewohnheiten und verändern fließend ihren Charakter, was dem Ganzen einen eigenartigen Sog verpasst, dem man sich schwer entziehen kann.
Gerockt wird zwischenzeitig auch - Cromagnosis - ; ab Minute 6:00 mit Turbo dergestalt, daß kein Bein ruhig bleibt.
Bestimmend sind mächtige Klangflächen mellotronischer Art, teilweise erhöht durch majestätische Orgelakkorde, begleitet von Gitarrenfills, die für irrlichternde Effekte sorgen. Solide bleibt als Anker dienend das Schlagwerk, das zusammen mit dem meist ruhig gespielten Bass für die Erdbindung sorgt - Moody Six z.B.
 Gesungen wird auch. Spät zwar, aber durchaus nachhaltig, da Krystoffer Rygg, ein Gründervater der Truppe, seine Stimme mit viel Gefühl durch die Melodien führt, dabei stellenweise an den jungen Scott Walker erinnernd - Nowhere - . In - Ecclesiastes - improvisiert er nach dem erzähltem ersten Teil auf das Klaviermotiv in eindrucksvoller Weise seinen Text. Sehr hörenswert.
Den Abschluss bildet das viel zu kurze - Solaris -. Es lehnt sich an barocke Motivik an in Kombination mit flatternd-rhythmischen Stimmen und vorwärtstreibender Perkussion. Das unvermittelte Ende lässt den Hörer - fast - erschrocken zurück - und die Repeattaste drücken.

Es gilt die höchste Warnstufe: SUCHTGEFAHR!

http://www.jester-records.com/ulver/ulver.html

Die Band:

Seth BeaudrealtAudiovisuals
Ole Alexander HalstensgårdElectronics
Anders MøllerPercussion
Daniel O'SullivanBass, Gitarre
Kristoffer RyggElectronics, Percussion, Stimme
Jørn H. SværenStimme
Ivar ThormodsæterSchlagzeug
Tore YlwizakerKeyboards, Electronics

Titel:
1.England's Hidden7:43
2.Glammer Hammer4:49
3.Moody Stix6:45
4.Cromagnosis9:48
5.The Spirits That Lend Strength Are Invisible3:16
6.Om Hanumate Namah7:42
7.Desert/Dawn8:27
8.D-Day Drone9:22
9.Gold Beach4:58
10.Nowhere (Sweet Sixteen)5:57
11.Ecclesiastes (A Vernal Catnap)9:02
12.Solaris2:12

Dienstag, 26. Januar 2016

MY BABY WANTS TO EAT YOUR PUSSY : IGNORANCE & VISION

Im Jahre 2003 gründete man in Baden-Württemberg die Popakademie mit Sitz in Mannheim. Damit verfügt seitdem die Metropolregion Rhein-Neckar über eine Hochschule für Populäre Musik und Musikwirtschaft. Im näheren Umfeld dieser akademischen Institution gründeten sich zahlreiche Bands unterschiedlichster Ausrichtung. Darunter auch im Jahre 2004 mbwteyp, wie sie sich und andere der Einfachheit wegen immer öfter nennen (lassen). Über den (Hinter-)sinn dieses Bandnamens ist dem Rezensenten nichts bekannt - ähmmm - jou.

Die Band begab sich auf den Weg, will heißen auf die Ochsentour mit Newcomertourneen, auch manchem großen Event wie RockamRing.

Im Jahre 2005 veröffentlichte die Band die EP Don't tell a soul, die den Nukleus des im Jahre folgenden Debutalbums Ignorance & Vision bildet.

Schon das Design des Digipacks lässt Rückschlüsse auf den musikalischen Inhalt zu. Man ist optisch vorbereitet auf das, was einem akustisch um die Ohren fliegt. Ein Sänger Ziggy Has Ardeur, ein(e) Gitarrist(in), die/der sich Diva Eva D. nennt, eine Sängerin - das ist sicher! - Debusy D'eeper, ein Bassist - man(n) kann da nicht mehr so sicher sein - Donni Bella Luna mit Namen und einem Keyboarder Mr. Tighteng, da muss es sich um eine zumindest angeschrägte Band handeln. Lediglich Drummer Ray Gattner scheint "normal" zu sein.

Das Ganze beginnt mit einem Störsignal - womit sonst. Es leitet über zu einem von dünnen Keys begleiteten Song (Ardous life), der selbst ein Intro darstellt, in die Songs einführt und in Boys and girls übergeht. Dieser entwickelt sich in eine glamrockige Richtung mit souligen  und heavy Ausschlägen. Man beginnt zu ahnen, was da noch kommen mag.

Und es kommt. Mit zunehmender Laufzeit fächert sich der Stilmix aus Metal, Bombast, Pop, Soul, Reggae und Proggigem auf; Zappaeskes gepaart mit heftigem Metalgeriffe, ergänzt mit ohrwürmigen Melodien ( Don't tell a soul und Biology is a fairytale). Man hört F.Mercury,  Supertramp,  60er-Sounds - alles hintereinandergeschnitten ohne dem Chaos Raum zu geben. Es wird jede Passage mit Frische und Spielfreude nach vorne getrieben, leider hin und wieder unterbrochen von vokalen oder elektronischen Gimmicks.  Das hemmt zwar den Fluß ein wenig, aber die "Pussies" schaffen es immer wieder, das Tempo aufzunehmen und ihrer Power die Sporen zu geben.

Es wird viel Wert auf die Stimmen/Melodien gelegt. Dabei steht Sänger und hauptamtlicher Songwriter  Ziggy Has Ardeur klar im Zentrum. Aber Debusy D*eeper steht als weibliche Begleiterin nicht sehr dahinter. Es gibt im Studio kaum solistische Ausbrüche instrumenteller Art. Der Song an sich ist der Chef.
Dies macht dieses Werk sympathisch und immer wieder gut hörbar. Ein schönes Debut einer modernen, vor allem live sehr geilen Band.

http://mbwteyp.com/site/

Die Band:

Ziggy Has Ardeur:      voc,comp
Debusy D*eeper:        voc
Donni Bella Luna.      b
Diva Eva D:                g
Mr.tightENG:             keyb
Ray Gattner:               dr,perc

Titel:

1) Arduous Life                           1:28
2) Boys & Girls                            3:32
3) Don't Tell A Soul                      4:05
4) Circumstances                         1:56
5) Sahra                                      3:41
6) So Deep                                  3:27
7) Capital Letters                        1:17
8) Boy                                         3:56
9) Bubblebath                              3:50
10) Peace Interstellar                 10:12
11) Freezing Scene                       4:41                    
12) Dogs Run Riot                         3:42  
13) America                                 4:00
14) Biology Is A Fairytale              4:32
15) Wonderland                           4:47
16) Sate My Appetite                    2:47
17) Here's Another End                 0:55
18) Impresario                              5:18

http://mbwteyp.com/site/so-deep-2006/
http://mbwteyp.com/site/biology-is-a-fairytale-2008/
www.youtube.com/watch?v=axGX5G7RBjs


Dienstag, 12. Januar 2016

BAROCK PROJECT : SKYLINE

Nach dem schon sehr starken "Coffee in Neukölln"-Album war man gespannt auf das neue Werk, das endlich im Juni 2015 erschien, "SKYLINE" gehießen. Die Band hatte wiederholt  personelle Änderungen erfahren. Mit Eric Ombelli verfügen sie jetzt über einen soliden, dynamischen Drummer. Marco Mazzuluoccolo stieß als Gitarrero hinzu und Giambattista Giorgi (b) verließ die Truppe. Dafür übernahm Luca Zabbini auch den Bass neben Keys, Akustikgitarre und div. Gesängen. So ist aus der Gründerzeit neben LZ noch der andere Luca, Pancaldi nämlich, als hauptamtlicher Vokalist dabei.
Was hat sich seit ihrem Debut " Misteriosevoci" geändert? An der generellen Ausrichtung im Prinzip nicht allzu viel. Es wird Retroprog geboten, wurzelnd in den Größen der '70er. Die beiden Lucas verfolgen dies seitdem unbeirrt, angereichert mit Melodien, die der Stempel des Hauptkomponisten der Band, Luca Zabbini eben, geprägt hat. Immer mal wieder werden auch jazzige Passagen eingestreut, die luftig und locker das Klangbild auffrischen ("Spinning away") und damit die Scheibe nicht allzu gestrig wirken lassen.
Auffällig ist , dass der komplette Text von Antonio De Sarno verfasst wurde, was die Vermutung nährt, dass es sich bei SKYLINE - zumindest textlich - um ein Konzeptalbum handelt. Ein Blick auf die HP der Band scheint dies zu bestätigen. Es geht um einen Ertrunkenen, dessen Leben dem Zuhörer einen Spiegel vorhält, so  -  oder so ähnlich...
Jedenfalls gibt es immer wieder bei wiederholtem Hören Neues zu entdecken. Und wenn nicht, erfreut der frische, lebendige Fluss des musikalischen Geschehens. Es ist den Italienern gelungen, das mit "Coffee..." erreichte hohe Niveau zu halten und in Nuancen (drums!) zu erhöhen. Die Ideen scheinen ihnen nicht auszugehen. Und das möge so bleiben.
Sehr schönes Teil, das jetzt schon das Qualitätslabel "zeitlos" verdient.

http://www.barockproject.net/
https://www.youtube.com/watch?v=bvDOmzngqis

 Die Band:

  Luca Zabbini:                 keyb,voc,acoustic g,b,
  Luca Pancaldi:                lead voc
  Eric Ombelli:                  dr,perc,loops
  Marco Mazzuoccolo       el.g

Gäste:

 Vittorio de Scalzi:           voc,fl Track 3
  Onelio Zabbini:              fl Track 4
 Giuseppe Franchellucci:  cello,viola


Titel:

1.Gold08:40
2.Overture03:40
3.Skyline10:21
4.Roadkill05:59
5.The Silence of our Wake10:47
6.The Sound of Dreams02:21
7.Spinning Away06:06
8.Tired09:58
9.A Winter's Night04:38
10.The Longest Sigh07:57


Freitag, 27. November 2015

BAROCK PROJECT: COFFEE IN NEUKÖLLN

Sie haben ihren musikalischen Horizont erweitert, die 3 jungen Italiener Luca Pancaldi (voc), Luca Zabbini, der Mastermind und Keyboardzampano (keys) und Bassist GB (Giambattista) Giorgi. Sie haben personell abgespeckt und sich von Max Scarcia (g) getrennt.
Wie in ihren beiden bisherigen Arbeiten - "misteriosevoci" und "REBUS" - bildet die sog. "klassische" oder "E"-Musik das Rückgrad ihrer Kompositionen. Mit Ausnahmen, die die Horizonterweiterung nachweisen. So stößt spätestens beim 2. Hören des Titels "Streets of Berlin" der Name TOTO ins Bewusstsein und "Starfull Jack" lässt in den jazzigen Passagen an STEELY DAN denken. In den beiden Titeln  geht's  eben mal mehr in Richtung ArtPop als in die klassische Ecke. Das können sie halt auch. Was aber die Spielfreude und das mediterrane Temperament nicht einengt, sondern befeuert (Flöte O.Zabbini in "Streets...").

In "Coffee in Neukölln" tauchen dann Orffsche Chorklänge neben J.F.Kennedy's legendärem Berlinzitat auf, getrieben von heftigem Pianomotiv und abgeschlossen durch einen markerschütternden Schrei (wonach aber auch?). Der Song allein ist schon das Geld wert.

Und das anschließende "Fools Epilogue" erst recht - das"Kyrie" zuvor ist ein Prelude des Epilog. Hier lebt vom Vorgängeralbum "REBUS" der mozartsche Geist aus "Don Giovanni" wieder auf.
 Man hat immer den Eindruck, dass er spielt, spielt im besten Sinne, nämlich im Sinne der Musik. Das atmet, lebt, stirbt und steht wieder auf. So fällt es schwer, wenn man die CD startet, diese vor ihrem Ende irgendwo zu stoppen. Es entwickelt sich ein Fluß der Ideen, die sinn- und effektvoll komponiert werden. Er - Zabbini - verbindet Pop ("Streets of Berlin") mit Klassik mit Rock und Jazziges darf auch mal sein ("Inside my dreamers eyes" ) ebenso wie Pathos queenscher Art.

Sie drehen schon ein recht großes Rad, diese 3 Jungs aus Italien und das tun sie auf erstaunlich lockere Art. Sie beherrschen ihre eigenen Ansprüche und liefern dem  (Retro-)Progger eine sehr feine Kost, an der er immerzu seine Freude haben kann.

https://vimeo.com/145295815
http://www.barockproject.net/

Die Band:

 
Luca PancaldiVocals
Luca Zabbinialle Tasteninstrumente, Gitarren, Sax
GB GiorgiBass, Gitarre Track 6

  Titel:

1.Back to You07:16
2.Coffee in Neukölln08:20
3.Kyrie01:14
4.Fool's Epilogue10:43
5.Streets of Berlin07:06
6.Starfull Jack06:55
7.Inside My Dreamer's Eyes Part 104:54
8.Inside My Dreamer's Eyes Part 206:26
9.The Lives of Others11:10

Sonntag, 1. November 2015

BAROCK PROJECT : REBUS

Das Debut "misteriosevoci" ließ schon die Prog-/Artrockszene aufhorchen durch die durchgängig hörbare Freude am Musizieren der jungen Italiener. So kommt beim 2. Album, das im September 2009 erschien, noch die Virtuosität hinzu, die Keyboarder Luca Zabbini befeuert und dadurch seine Mitstreiter zu einem Mehr an Spielfreude animiert.
Schon im Opener "Corsa elettronica" tritt er ordentlich auf's Gaspedal und alle müssen mit. Ihm gelingt es mit seinen Keyboardsounds Druck aufzubauen, den er im weiteren Verlauf der CD immer wieder aufnimmt, sodass es nie allzu ruhig wird.
Auch in der mozart'schen "Don Giovanni"- Adaption nicht, das sehr musikantisch verspielt aus den Boxen tänzelt und stark an die leider nicht mehr aktive MOZARTBAND erinnert. Auch QUEEN klingt bohemianisch durch.
Mit "Save your soul" wird das Italienisch sprachlich auf die Seite gestellt und Sänger Luca Pangaldi versucht sich in Englisch, was ihm sehr gut gelingt. Der Titel bietet einen Parforceritt durch Stilarten, die zunächst nicht zusammenzupassen scheinen. Beginnend mit einem Keyboardintro, das an das "fahrende" Volk Mitteleuropas erinnert. Darauf folgt Hardrock der druckvollen Art - man höre die DEEP PURPLE-Hammond! - , abgelöst durch ein Synthiesolo (ein wenig zu lang), dem sich als Schlussteil nochmals das Intromotiv anschließt. Ein nächster Höhepunkt der CD.
"Akery" beginnt mit einem zarten Pianomotiv, dem sich Luca Pangaldi wieder in Italienisch näher annimmt und dem "belcanto" recht nahe kommt. Ein Fanfarenmotiv eröffnet den 2.Teil, die Gitarre übernimmt kurz die Führung, das Tempo nimmt zu, die Keys machen wieder Druck. Man denkt an Manfred Mann's Eartband und auch an PFM. Alles hat Melodie und ist deshalb sehr "cantabile".
Ein rockiger Longsong stellt "Polvere di stelle" dar mit Latino- und jazzigem Baßzwischenspiel. Der Refrain ist stadiontauglich und erinnert an die üblichen Italorockverdächtigen.
Auch der nächste Titel "Duellum" geht druckvoll los mit einem Synthieriff, das antreibt und die ganze Sauße in Schwung bringt. Bis ab 3:05 Hr. Zabbini das Zepter fast alleine übernimmt und den Titel bis zum Ende so furios gestaltet, daß es den Herren Emerson, Wakeman et al sicher auch gut zu Gesicht gestanden hätte. Chapeau!
Man wähnt sich eingangs im falschen Film bei "My enemy"- wieder in englisch gesungen! - , das heavyrockig rüber kommt und einen - was Wunder - singbaren Refrain mitbringt. Mit einem Gitarrensolo klingt der kurze Titel aus. Hei, da haben wir den Gitarristen, auf dem Debut so schmerzlich vermisst - Max Scarcia sein Name. Klingt doch nicht so schlecht, sein Name wie sein Spiel, als dass man ihn auf "misteriosevoci" verstecken musste?
Auch auf "Veleno" darf er zu hören sein, wo er sich solistisch mit Luca Zabbini ablöst. Ein abwechslungsreicher Titel, der mit diversen Stimmungen aufwartet.
"Orione" rockt mainstreamig aus den Boxen ohne dass es peinlich wirkt, aber dennoch nicht gerade ein Highlight des Albums darstellt.
Der Titel "Nostradamus" verspricht mehr Dramatik und die folgt zumindest musikalisch. Nach einem dräuend-ruhigen Intro bricht ein drumbefeuertes Bandgewitter los, in dem noch einmal alles das aufgeboten wird, was das Album bis dahin ausgezeichnet hat.
In "unnamed track" wird geflötet und englisch gesungen zu akustischer Gitarre und kleinem Schlagwerk. Ruhig und gelassen klingt die Scheibe aus. Nunja, ob es da keine Alternative zur Ausblende gegeben hätte...
So findet ein Album sein Ende, das ein Fortschritt zum Debut darstellt, was Eigenständigkeit und Virtuosität betrifft. Luca Zabbini sticht aus der Band heraus, ohne zum Egomanen zu mutieren. Er stellt sich mit allem, was er hat/kann in den Dienst der Band, die ihm willig folgt, wo er die Führung übernimmt. Die Entwicklung der Band bleibt spannend, schaun..ääähh..hören mermal.

Die Veröffentlichung kann auf https://mellowrecords.bandcamp.com/album/barock-project-rebus
in Gänze gehört und heruntergeladen werden gg. einen geringen Beitrag.

https://mellowrecords.bandcamp.com/album/barock-project-rebus

Die Band:
 Giambattista Giorgi           bass

 Giacomo Calabria             drums 

 Luca Pancaldi                    vocals 

 Luca Zabbini                      keyboards, backing vocals, guitars on 4,6,8,10 

 Max Scarcia                       guitars 

 Gastmusiker:

 Simone Sitti                       guitars on 7 

 Onelio Zabbini                   flute on 4

Sonntag, 4. Oktober 2015

BAROCK PROJECT : MISTERIOSEVOCI

Der "Löwe" verweigert die Übersetzung des Wortes "misteriosevoci". "misteriose" kriegt der Exlateiner gerade noch als " geheimnisvoll, rätsel- bzw. schleierhaft" einigermaßen griffig übersetzt. Aber die Eingabe  "voci" ergibt nichts Eindeutiges. Der erfahrene Italiener weiß sicher besser damit umzugehen.
Es handelt sich  beim "BAROCK PROJECT" um eine damals (2006) junge italienische Band, die am Proghorizont auftauchte. Scheinbar gitarrenbefreit - zumindest findet die eindeutig hörbare E-Gitarre im Begleitheft keine Erwähnung. Mit italienischem Lead- und Backgesang ( denglish, furchtbar!), keyboardgestützt  mit solidem Baß- und Drumunterbau bieten die Jungs einen Retroprog an, der sich an den Urvätern PFM und - offenbar unvermeidlich - ELP orientiert. Auch kann man DP und PROCOL HARUM z.B.im Track 7 " entdecken.
 Nr. 8, "Volo", beginnt eindeutig mit einer Akustikgitarre. Ähh, wer spielt? Warum diese Geheimnis....achja, der Albumtitel, jetzt hammers! Es geht weiter mit Barockanklängen, die dem Projektnamen seine Berechtigung geben.
Immer wieder werden wie in "Gentile Direttore" swingende Impros eingestreut, die das gewiss nicht schwergewichtige Klangbild noch weiter auflockern und so das Hören des Werkes zum erfreulichen Erlebnis werden lassen. Auch wenn Titel Nr. 2 "Senza recole" ein wenig radiokompatibel klingt (auch hier die Frage: wer spielt die flockige Gitarre?).
Das Intro von "Eclissi" erinnert dann sehr an ELP, um dann in eigene Italoproggefilde zu tauchen.
So findet man immer wieder Rückgriffe auf Bekanntes ohne dass es nach Plagiat klingt.
Keyboarder Luca Zabbini trägt die Hauptlast der Kompositionen, unterstützt von Drummer G.Giorgi und G. Calabria, die bei 6 Songs die Worte beisteuern. Was Hr. Zabbini komponiert lässt sich durchweg gut hören und unterhält auf angenehm kurzweilige Art.
Die Italiener liefern eine Arbeit ab, die für die nächsten Würfe Gutes erwarten lässt. In diesem Sinne - empfehlenswert. Nur - wer ist der Gitarrist?

http://www.barockproject.it/

 Die Band:

Luca ZabbiniKeys, Vocals
Luca PancladiVocals
Giambattista GiorgiBass
Giacomo CalabriaDrums
???                                     guitars

Titel:

1.La Danza senza fine6:03
2.Senza Regole4:55
3.Eclissi9:42
4.Anima4:53
5.Odio5:17
6.Quella Che Resta4:23
7.Premonizioni5:54
8.Volo4:27
9.Gentle Direttore3:41
10.Luce4:01
11.Un altro Mondo7:08