Dienstag, 29. April 2014

RUSH: PRESTO

RUSH, eine kanadische Band, die mit Hardrock begann und sich entwickelte, indem ihre Songs komplexer wurden und dennoch ihre Eingängigkeit(en) bewahrten. Sie - die Band - wechselte auch hin und wieder ihren Produzenten (...oder war's umgekehrt? - man weiß es nicht). So übernahm zu dieser Aufnahme Rupert Hine (THE FIXX, THINKMAN, QUANTUM JUMP u.a.) den Sitz im Pruduzentensessel. Und das hört man - gewaltig!


"Show don't tell", der Eingangstitel, trägt noch eindeutige RUSH-Handschrift. Wenn auch der Sound schon an die Veröffentlichungen unter Rupert Hine erinnern (boaa - Ausblende!- igitt!). Schon mit "Chain lightning"(mit klarem Schluss - geht doch!)  zeigen sich eindeutig Hine'sche Spuren im mehr poporientierten Songwriting (Refrains) und der Abmischung. Klarer 80er Sound der besseren Art - mancher empfindet dies als "kalt", so what? Ab  "The Pass" geht's in die eindeutige Richtung: ab hier hat man den Eindruck, als ob Hr. Hine aus RUSH eine (nord-)amerikanische Variante der britischen THE FIXX machen wollte. "Scars" könnte so oder mindestens so ähnlich auf einer THE FIXX-/ THINKMAN-CD erschienen sein (mit Geddy Lee als Sänger).  Hin und wieder hört man ihn - RH -  auch als Backgroundsänger ("War paint","Superconductor"). Die Gitarren in "Presto" sind ganz nah an FIXX'schen Sounds inklusive Solo (wieder Ausblende - ich reg' mich nicht mehr auf...).

Die Band sorgt allerdings dafür, dass die hardrockige Attitude nicht verloren geht. Es wird immer wieder gerifft und dabei das Tempo angezogen - oder der "Boss" lässt sie  - man weiß es letztendlich nicht...
Mancher RUSH-Freund mag die doch recht kräftigen Eingriffe des Produzenten in den Bandsound beklagen. Ich mache keinen Hehl aus meiner Sympathie für den Hine'schen Sound - nicht nur auf dieser Aufnahme. Rupert Hine ist nach meiner Einschätzung einer der unterbewerteten Musiker/Produzenten der 80er. Es würde Zeit für ein Revival. 

 Für mich ist diese CD als Tor zur RUSH-Welt einladender als die ach so hoch gelobten MOVING PICTURES. Deshalb meine Empfehlung.

http://www.rush.com/

Die Band:
Alex LifesonElectric and acoustic guiars
Neil PeartDrums and electronic percussion
Geddy LeeBass guitar,vocals,synthesizers


  1. Show Don't Tell – 5:01
  2. Chain Lightning – 4:33
  3. The Pass – 4:51
  4. War Paint – 5:24
  5. Scars – 4:07
  6. Presto – 5:45
  7. Superconductor – 4:47
  8. Anagram – 4:00
  9. Red Tide – 4:29
  10. Hand Over Fist – 4:11
  11. Available Light – 5:03

http://babyblaue-seiten.de/index.php?albumId=17&content=review

Freitag, 18. April 2014

QUEENSRYCHE: DEDICATED TO CHAOS

Prog oder None-Prog - das scheint hier die Frage. Die Wurzeln sind wohl klar - Metal...oder doch eher Hardrock? Diese Fragen zeigen schon das "Problem" der Suche nach einer Schub(s)lade für diese CD.


Im Jahre 2011 veröffentlichte eine nach außen sich als zerfallende Einheit präsentierende Band das letzte Werk in alter(nder) Gemeinsamkeit. Der Titel trägt das prägende Element schon in sich: "Chaos". Nur - ich finde es im musikalischen Ausdruck nicht. Eher im beiliegenden Booklet, das man in verschiedene Richtungen halten muss um die Texte mitlesen zu können.

Es fußt der musikalische Output im fortgeschrittenem, modernem Hardrock, metallische Elemente immer wieder mit einfließend.Erster Titel: bei "Get started" - welch geniale Idee, so zu beginnen(???) geht's mit einem druckvollen Stadionrocker los, die Hände sind oben, der Refrain lässt sich trefflich mitgröhlen  Dann kommt das Headbanging - oder bedhanging? - bei "Hot spot junkie" zu vollem Einsatz. Also das Stadion ist schon mal in guter Stimmung - würd' ich mal sagen.

 Dann geht's in den Orient, es wird geschwungen, nicht gerockt. "Got it bad" köchelt mit unterschwelliger Spannung vor sich hin, trägt etwas Drohendes in sich ohne zum  Ausbruch zu kommen (irgendjemand hat'ne Sonnenbrille auf, und das sorgt für Unmut?) - aaahhhhrrrrrrg - Ausblende - NEIIIN - geht gar nicht!

In diesem Tempo folgt ein schleppender Rocker mit "Higher", in dem Geoff Tate nicht nur seine etwas gewöhnungsbedürfteige Stimme, sondern auch einige Saxtöne einbringt. Zum Schluss hin geht's wirklich "higher" -  ohne Ausblende - geht doch!

In diesem Schlepptempo und mit mehr Keyboards als Stütze(n) wird durch "Wot we do" (Englisch?Pidgeon?) geführt. Ein sehr abwechslungsreich arrangierter Titel, der gefällt.

Mit Klavierakkorden beginnt "Around the world" bis U2-Gitarren hinzukommen. Und die Reise um die Welt beginnt.Die sich um die Weisheit dreht, dass wir alle Liebe brauchen. Wer hätte das gedacht. Im Stil eines Ohrwurms bohrt sich der Titel in's Hirn.Und tut dort wirken. Ausblende - ich glaub's nicht....

Dann wird's wieder aweng headbangig durch den Loop,das Gitarrenriff und das Getrommel, die an selige Beatzeiten erinnern. Auch der Backgroundchor (Hilfe - Denglisch) hängt vergangenen Zeiten an. Nur ist das Ganze neuzeitlich (loop) produziert und lässt sich gut hören.

Alternative Rock ist die Schublade für "At the edge", also auf der Schneide von Metal/Hardrock zu Alternative. Und diese Öffnung hat man der Truppe aus dem Lager der Heavies zum Verwurf gemacht. Ich persönlich finde es positiv, wenn sich ein Musiker nicht für immer und ewig auf ein Genre festschnallen lässt, sondern seine Ausdrucksmöglichkeit(en) erweitert. Der Hörer hat die Wahl, die Schritte mit zu gehen oder es bleiben zu lassen.

Auch im Spannungsfeld Alternativ/Metal bewegt sich das balladeske "I take you" und lassen alte "Mind:crime"-Zeiten kurz aufflackern (Refrain). Dies ist wohl noch am typischsten QUEENSRYCHE, der Sound, den man verbindet mit dieser Marke.

Bedhanging - sorry; headbanging - ist wieder angesagt bei "Retail therapy". Ein Heavyrocker - so weit, so gut.

Hardrock ist der Ordner für  "Die Lüge" - "The Lie", die mit schönem Hintergrundchor im Refrain daherkommt, ein knackiges Gitarrensolo mitbringt und einen ebensolchen Schluss.

Dann wird's nochmal eher gemächlich im Tempo. Dafür jibt et ein Gitarrenintro bis Mr.Tate seine Story erzählt.Der Bass grummelt, der Chor macht Stimmung in "Big noize", es geht wieder ein wenig bedrohlich zu.im "Chaos".

Was heisst Chaos? Dieses Werk ist klar und sauber produziert, die Songs als solche strukturiert und unkompliziert. Es lässt sich gut hören nicht nur beim Autofahren (so mehrmals getestet) und zeitigt keine großen Ausschläge nach oben, aber auch nicht nach unten.. Was die Frage nach der Einordnung betrifft: PROG- NEIN!

Deshalb für BBS eigentlich irrelevant. Aber daran gemessen müsste man mal ausdünnen...

http://www.queensrycheofficial.com/home
http://www.queensryche.com/news/

Die Band:
Geoff Tate                     voc,sax
Scott Rockenfield          dr,keys
Eddie Jackson               b
Michael Wilton              g

Guests:
Randy Gane                  keys
Parker Lundgren           g
Kelly Gray                    g
Jason Ames                  voc
Miranda Tate               voc

Titel
1. Get Started
2. Hot Spot Junkie
3. Got It Bad
4. Higher
5. Wot We Do
6. Around The World
7. Drive
8. At The Edge
9. I Take You
10. Retail Therapy
11. The Lie
12. Big Noize

http://de.wikipedia.org/wiki/Queensr%C3%BFche

Sonntag, 13. April 2014

AFTER CRYING: LIVE (DVD-Video)

Wahrnehmung ist immer subjektiv. Wie auch sonst? Objektivierung ist relativ und konditioniert. So ist jede Beschreibung einzuordnen. Also auch diese folgende.-

Im Jahre 2004 fand in Ungarn (Budapest?) am 23.12. ein Konzert im Rahmen eines Festivals statt, auf dem der glückliche Besucher eine Band genießen durfte, die den Symphonicprog-Freund allein bei Nennung ihres Namens wohlige Schauer spüren lassen - AFTER CRYING.
Eben dieses Konzert wurde als Live-DVD aufgenommen und in sehr guter Qualität in Bild und Ton unter das interessierte Publikum gebracht (2007). Vorweg muss erwähnt werden, wie angenehm es sich hinschauen lässt, wenn eben nicht im 3-Sekundentakt ein neuer Schnitt erfolgt. Es bleibt dem Betrachter die Muse, den jeweiligen Solisten ein wenig länger als heute üblich beim Musizieren zuschauen und genießen zu können. Was ansonsten heute als zeitgemäße bzw. "moderne" Präsentation von Livemusik zu sehen ist , kann ich. nur als grausig bezeichnen.
 Zurück zur dieser Aufnahme: Das "INTRO" ist ein von weiblichen Stimmen in ätherischen Sphären vorgetragener Choral (Hildegard v. Bingen?), bearbeitet von Peter Pejtsik, dem Bassisten/ Cellisten der Band. Dann eröffnet "VIADUKT" den Titelreigen. Songreigen könnte man auch gelten lassen, aber die Songstrukur wird bei AFTER CRYING immer gerne mal wieder aufgebrochen für Ausflüge in bevorzugt klassische Gefilde. "Viadukt" ist auch ein klarer Fingerzeig, wo die Wurzeln/Vorbilder zu suchen sind bei den Ungarn. An ELP lehnt man sich immer gerne an. Es dürfte niemand befremdet sein, wenn der Titel mit "ELP meets trumpet" treffend bezeichnet wäre. Balasz Winkler (tr,cor,synt)  spielt dabei die Trompete auch in ihren Läufen ohne Fehl und Tadel.

Mit dem 3. Titel "REMOTE CONTROL" betritt dann Zolta Batky-Valentin die Bühne, beeindruckend allein schon durch seine körperliche Präsenz. Man assoziiert heutzutage sofort "shouter,crowler" etc. Aber er überrascht durch gepflegten RockGESANG(!), angenehm zu hören über die gesamte Laufzeit der DVD.

In diesem Titel wird immer wieder Dvoraks Symphonie Nr.9 (Aus der Neuen Welt) zitiert und organisch mit den von Pejtsik und Winkler komponierten Teilen zusammengefügt. Die Klangkaskaden lassen neben ELP auch King Crimson aufscheinen. Daneben wird auch mal jazzig improvisiert.

Titel Nr.5 - Nr.4 ist eher ein Übergang - bildet ein erster Höhepunkt. Auf einem Thema aus der schon in Nr. 3 zitierten Dvoraksymphonie baut sich "NEW WORLD" auf. Es gelingt den Musikern diesem Thema ein eigen komponiertes Rockriff zur Seite zu stellen und somit dem Stück ein ganz eigenes Profil zu geben.Nur - der Rezensent würde nur zu gerne den Text verstehen wollen. Und dies ist aus meiner Sicht ein Manko dieser Veröffentlicheung. Es wird keine Übersetzung angeboten. Dies wäre auch im Titel 8 "JONAH'S PRAYER" interessant, um zu verstehen, wie die ungarisch gesprochenen Worte zu den gezeigten Portraits
passen.

 Andererseits kann man sich so ganz dem Klang und dem Fluss des Geschehens hingeben. Und das mit Gewinn. Das ganze Konzert über - immerhin fast 2 Stunden - wird Spannung hochgehalten durch Ausflüge in Folk- und Jazzgefilde. Man kehrt immer wieder ins Klassische (z.B. Ravels "Bolero") zurück um andere )Wendungen zu nehmen. Die Musik bleibt aber fast immer harmonisch, wenige elektronisch-noisige Übergänge führen in neue Abschnitte/Titel (Nr.7: SECRET SERVICE). Dann wird mit der Trompete über ein KC-Riff "gejubelt", dass es eine Freude ist.

Die Ungarn überraschen auf dieser DVD immer wieder, es gibt bei jedem Hör-/Guckdurchgang etwas Neues zu entdecken. Auf ihrer Homepage (http://aftercrying.hu/?page_id=19&lang=en) zitieren sie den Begriff "modern classic music", mit dem ihre Kunst beschrieben wird. Ich tendiere eher zum Begriff " Inclusionprog ", da sie verschiedenste - nicht alle, sie kennen ihre Grenzen -  Stile integrieren, wie  z.B. in "TECHNOPOLIS".

Mit dieser DVD ist AC ein großer Wurf gelungen, der keine Vergleiche mit anderen Protagonisten der Progszene zu scheuen braucht. Für den Genrefan ein Muss, damit eine dicke Empfehlung.

http://aftercrying.hu/
https://www.youtube.com/watch?v=99G4J69aKl0

Die Band:
 Zoltan Batky-Valentin                   voc
Gabor Egervary                             words and news,fl,livesound
Tamas Görgenyi                            conception,words and news
Zoltan Lengyel                               p,syn
Zsolt Madai                                   dr,Sabian cym
Peter Pejtsik                                  b,cello
Ferenc Torma                                g,syn
Balasz Winkler                               tr,cornet,syn


Titel:
1. Bevezetés – Intro
2. Viadukt – Viaduct
3. Távvezérlés (Invízió/Híradó/Médiatúladagolás) – Remote Control (Invision/News/Media Overdose)
4. Világfalu éjjel – Globevillage at Night
5. Új kor születik – New World Coming
6. Elveszett paradicsom – Paradise Lost
7. Titkos szolgálat – Secret Service
8. Jónás imája – Jonah’s Prayer
9. Jó éjt (Jó éjt I./Éjszaka/Jó éjt II.) – Good Night (Good Night I./Red Night/Good Night II.)
10. Ébredés – Don’t Betray Me
11. Technopolis (Telepítő/Technopolis) – Technopolis/Setup
12. Burleszk – Burlesue
13. Stonehenge
14. Összegzés – Consclusion
15. Bemutatás – a Telepítő visszatér – Band Introduction – Setup Reprise
16. Minden jót I. – Farewell I.
17. Az élet megy tovább – Life Must Go On
18. Manticore érkezése II. – Arrival of Manticore II.
19. Így hallgattam el (részlet) – Confess Your Beauty (excerpt)
20. Cselló-gitár kettős – szóló – Cello-Guitar Duet
21. Zongoraszóló – Piano Solo
22. Dobszóló – Drum Solo
23. Viadukt – visszatérés – Viaduct – Reprise
24. Minden jót II. – Farewell II.

Dienstag, 18. März 2014

VANDEN PLAS: CHRONICLES OF THE IMMORTALS - NETHERWORLD (Path One)

Es war eine Theateraufführung, die mich mit VANDEN PLAS zum ersten Mal in Kontakt brachte. JESUS CHRIST SUPERSTAR stand auf dem Programm des Kaiserslauterer Pfalztheater. Die rockigen Parts des weltberühmten Musicals übernahm eben diese Band. Ihr Sänger Andy Kuntz sang und spielte den Judas mit soviel Herzblut, dass ich mir das Stück einige Wochen später nochmals anschaute - mit wachsender Begeisterung. Ab sofort kümmerte ich mich ein wenig mehr um diese Band, zumal sie aus Kaiserslautern -  gerade bei mir "um die Ecke" in der Pfalz  - zuhause ist.
Nach JCS folgten in Kooperation mit dem Pfalztheater noch einige gemeinsame Musicalprojekte zu beiderseitigem Nutzen. Die Aufführungen waren durchweg zu einem hohen Prozentsatz ausverkauft und Stefan Lill, der Gitarrist, gab in Interviews zu verstehen, dass dieses Engagement das Überleben der Band ermöglichte.
So auch das Musikalprojekt "Blutnacht", das dieser CD-Veröffentlichung voranging in der Spielzeit 2012/13. Es war ein Produkt der Zusammenarbeit von VANDEN PLAS und keinem geringeren als Wolfgang Hohlbein, einem der erfolgreichsten Fantasyautoren der Republik. Man hatte seinen Romanzyklus "Die Chroniken der Unsterblichen" zur "Blutnacht" verdichtet und erfolgreich aufgeführt mit Andy Kuntz in der Hauptrolle. Die Musik schrieb die Band, die zu den Lieblingsbands des Hrn. Hohlbein gehört.Der Erfolg des Stückes legte nahe, es auch für die Nachwelt zu konservieren. So in Etwa wurde diese Aufnahme wohl geboren.
Was kann man also von einer Umsetzung eines Theaterevents auf das CD-Format erwarten?  Der Reigen beginnt mit Glockenschlägen und breitem Keyboardmotiv, über die eine männliche Stimme bedrohlich in die Story einführt. Es folgt ein sich organisch entwickelndes Klangkino: große Gesten, Bombast, Melodienseligkeit mit metalischen Riffs und griffig-knackigen Soli (Stefan Lill,g) eindrücklich verstärkt,  ausdrucksstarker und sehr geschmeidiger Gesang von Andy, bei den Titeln 4,5,7,8 und 10 von Julia Steingass eindrucksvoll unterstützt, wie ebenso vom Chor des Pfalztheaters. In Vision 5 - "A ghosts Requiem" -  lassen sich beim dem Genre gewogenen Hörer wohlige Schauer nicht vermeiden, so hoch ist die Intensität von Melodie, sängerischem Vortrag und bombastischem Klanggebirge - ich liebe das! Damit ist Günter Werno (keyb) ein gewaltiger Ohrwurm gelungen.Chapeau! Auffällig, dass die Keyboards mehr in den Fokus rückt ohne die Gitarre(n) abzudrängen, was eine schöne Ausgewogenheit im Gesamtsound ergibt.
Im anschließenden "New Vampyre" läuft die Band zur Hochform auf in ihrem typischen Stil, der sie - zumindest in Deutschland - so unverwechselbar macht.Die Mischung von hartem Geriffe, lyrischen Teilen, melodiösen Soli und der wandlungsfähigen Stimme Kuntz's legt  die Messlatte schon ziemlich hoch. Nächster und abschließender Höhepunkt bildet "Inside", das so endet, dass man eine Fortsetzung erwarten kann...
VANDENPLAS ist mit den "Chronicles..." ein großer,druckvoller Wurf im Genre Progmetal gelungen. Für mich die beste Veröffentlichung der Truppe seit langem. Der Fan wird daran nur schwer vorbeikommen.
Und für das Frühjahr 2015 ist Path II angekündigt.Wer hätte das gedacht...
Anspieltipps: schwierig - aber wenn's sein soll - A Ghosts Requiem, New Vampyre, Inside

http://www.vandenplas.de
http://www.vandenplas.de/videos/

Die Band:
Stefan Lill:                               g,comp
Andy Kuntz                            voc,comp
Günter Werno                         keyb,comp
Torsten Reichert                      b
Andreas Lill                            dr

1.Vision 1ne4:00
2.Vision 2wo - The Black Knight8:47
3.Vision 3hree - Godmaker5:35
4.Vision 4our - Misery Affection Prelude1:43
5.Vision 5ive - A Ghost Requiem4:05
6.Vision 6ix - New Vampyre6:29
7.Vision 7even - The King And The Children Of The Lost World8:09
8.Vision 8ight - Misery Affection5:19
9.Vision 9ine - Soul Alliance6:53
10.Vision 10n - Inside6:56

Sonntag, 2. März 2014

RUSH : MOVING PICTURES

Es gibt Bands, die mag man einfach nicht. Ohne genau zu wissen, warum. Man hatte sie das erste Mal gehört an einem Tag, an dem man von seiner Favoritin gerade einen Korb bekommen hatte oder der Chef hat einem die mieseste Arbeit ever zugeteilt oder der Zug fiel aus oder... oder... So oder so ähnlich musste es mir damals ergangen sein, als ich das erste Mal mit RUSH in Kontakt kam. Mir blieb als damaliger Eindruck eine schrille Stimme, die versuchte zu singen und dabei dramatisch zu klingen, dazu Amirock ohne spürbaren Bass, der irgendwo zwischen Drums und Gitarrenlärm unterging. Nee, war nicht meins. Bis ich vor Kurzem diese Rezi (Nr.4 von N.Brückner) las:  http://babyblaue-seiten.de/index.php?albumId=632&content=review.
Welch eine Ungehörigkeit, 15 von 15 Punkten zu geben. So toll konnte die doch ..., naja schaun bzw. hörn mer mal.
Es finden sich Hardrocksongs  mit Ausflügen in komplexere Gefilde, teilweise vertrackte Rhythmen - "Yyz" - ,Raggae mit Synthie und Hardrockgeriffe und deutlich spürbarem Bass incl. Kurzsolo ("Vital signs") + hymnischem Schlussrefrain.
Das Instrumentarium teilen sich Geddy Lee b,keyb,voc - Alex Lifeson g,Taurus pedals(?) - Neil Peart d,perc. Und dass sie dieses hervorragend beherrschen, macht die professionelle Produktion sehr druckvoll deutlich. Sie schafft es auch die Stimme von Mr. Lee so zu zähmen, dass man ihr sogar gerne zu folgen vermag. Das Ganze verteilt auf 7 Titel unterschiedlicher Spielzeiten zwischen 4:19 und 10:56 min.
 Kurz und gut: es wird hardrockig-komplex musiziert ohne den Hörer zu überfordern einerseits und andererseits keine Längen aufkommen zu lassen. Es geht gut ins Ohr, der Fuß wippt locker mit. Man hört aufmerksam entspannt zu, - diese CD macht richtig Spaß!
Nix zu meckern also? Oh doch! Die Ausblenden am Schluss (wo sonst?) der ersten beiden Titel sind für mich kompositorischer Offenbarungseid. Wenn ein Profi einen Song beginnen kann, dann hat er auch das Potenzial ihn zu beenden - musikalisch und nicht technisch. Das sind klare Minuspunkte - und damit sind die 15 Punkte perdu, Kollege Brückner.

 Anspieltipp: Yyz, Limelight, The camera eye

http://www.rush.com/

Die Band
Geddy LeeBass guitars,synthesizers,vocals
Alex Lifesonelectric and acoustic guitars
Neil Peartdrums,percussion

1.Tom Sawyer4.33
2.Red barchetta6.06
3.Yyz4.24
4.Limelight4.19
5.The camera eye10.56
6.Witch hunt   ((part III of "Fear"))4.43
7.Vital signs4.43
http://babyblaue-seiten.de/index.php?albumId=632&content=review

Sonntag, 2. Februar 2014

GRAND FUNK RAILROAD: CAUGHT IN THE ACT

Hiermit verlassen wir die Prog- bzw. prognahen Pfade und wenden uns den roots zu. Mal eine Auszeit nehmen und die Genregrenzen verlassen. Schlicht: es mal krachen zu lassen. Einer der uramerikanischen Bands ever nähern wir uns  - mit Nostalgie im Herzen. Ach, wie haben wir damals debattiert in den '70ern: ist das "gute" Musik oder nur "Geschrammel" und aufgeblasene Muskelspielerei? GRAND FUNK RAILROAD war eine dieser Bands, die polarisierten.
Da gab es die sattsam bekannten Art-/Progrocker, die Blueser, die Hippies, Folk, Funk und Soul, die Palette war breit. Die Meinungen waren - durchaus jugendlich emotional - entsprechend sehr geteilt. Für den Folkie war das nur Lärm, der Blueser lächelte milde, der Art-/Progrocker tippte sich verständnislos an die Stirn. Der Rezensent wollte es sich mit seinem damaligen Freund nicht verderben und übte sich zaghaft im damals beginnenden Headbangig-Sport. Man konnte es sich zeitweise anhören. Es hatte was Gigantisches, was man um diese Band hören und lesen konnte: größte/lauteste PA, größte Massen an Menschen, die damals zu Einzelgigs und Festivals strömten. Eine Aura von Größenwahn waberte um Mark Farner (g,voc) und seine Mannen. Auch was die musikalische Kompetenz betraf, ließ die Kritik kaum bis wenig Positives verlauten.
Zunächst als Trio gegründet (1968 - wann sonst? http://de.wikipedia.org/wiki/Grand_Funk_Railroad) holten sie 1972 Craig Frost als Keyboarder in die Gruppe und nahmen mit ihm  1975 CAUGHT IN THE ACT live auf, zusammengesetzt aus Konzertmitschnitten aus 3 Städten. Durchweg lässt sich feststellen, dass die Band nicht nur groovt, sondern durchweg rockt. Und das manchesmal wie "d'Sau"! Gleich ob sie sich dem Funk annähert wie beim Einsteiger "FOOTSTOMPIN' MUSIK" - wer bei diesem Teil die Gliedmaßen still halten kann, hört entweder nix oder ist gerade sediert - oder beim Schlussteil von "HEARTBREAKER", in dem die Band nochmal mächtig Gas gibt. Mein Favorit ist und bleibt neben "FOOTSTOMPIN' MUSIK"  "INSIDE LOOKING OUT" . Das alberne "T.N.U.C." hätte man sich sparen können für die CD. Im Konzert hat ein Drumsolo noch einen optischen Aspekt, aber musikalisch...?
 Es ergibt sich über alle Titel hinweg eine Mischung von Hardrock und Soul/FunkPop("LOCO-MOTION"!), wobei das Verhältnis gefühlt 70:30 ist. Diesen Mix boten seinerzeit wenige weiße Bands und von daher wirkten sie in die Zukunft hinein. Was den Hardrockanteil betrifft, bereiteten sie hiermit den Prozess hin zu Heavy/Metal vor. GUNS N'ROSES wären ohne GRAND FUNK nicht so denkbar, wie Axl & Co. auftraten.
Die Häme, die über GFR ausgegossen wurde, konnte ich damals und kann sie auch heute im Rückblick nicht nachvollziehen. Sie haben im Rock aus meiner Sicht ihren Teil zu einer Weiterentwicklung beigetragen.
Und dafür ist diese CD ein Dokument. Sie klingt wg. des Einsatzes der Keys nicht mehr so knochentrocken wie die ersten LPs, die noch als Trio aufgenommen wurden. Mit den Keyboards boten sich Möglichkeiten für neue Impulse. Und eröffnete dem Stadionrock Tür und Tor, der zum Ende der 70er  dem Progrock das Leben zunehmend schwer machte. Auch hierzu trugen GRAND FUNK ihr Scherflein bei.
Was bleibt ist ein Livealbum, das diesen Namen verdient, da es sehr lebendig rockend rüberkommt und einfach Spaß macht. Eingeschränkt empfohlen für den Progpuristen.

http://www.grandfunkrailroad.com/
http://www.youtube.com/watch?v=0x6chChxzV0
http://www.youtube.com/watch?v=uW3nPqPPBDw&list=RD0x6chChxzV0

Die Band:
 Mark Farner                        g,voc
 Don Brewer                         dr,voc
 Mel Schacher                       b
 Craig Frost                           keys

 1.Footstompin' music                                    4:07
 2.Rock'n Roll Soul                                        4:04
 3.I'm your captain/Closer to home                 7:08
 4.Heartbreaker                                             7:22
 5.Some kind of wonderful                             4:14
 6.Shinin' on                                                   5:31
 7. Loco-Motion                                            3:21
 8.Black Licorice                                           4:27
 9.The Railroad                                              6:13
10.We're an american band                            3:38
11.T.N.U.C.                                                  9:32
12.Inside looking out                                     12:24
13.Gimme shelter                                            7:00